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Casino

in der Kunstgalerie am BüchnerHaus

In der Veranstaltungsreihe „Casino“ laden wir an jedem 3. Donnerstag im Monat Gäste ein, die mit ganz unterschiedlichen Mitteln interessante Aspekte in Büchners Leben und Werk beleuchten.
In seinem letzten Lebensabschnitt befand sich Georg Büchner als angehender Privatdozent in Zürich und hatte die prekären Lebensverhältnisse im Strassburger Exil hinter sich gelassen.
Noch kurz vor seinem Tod schrieb er der Geliebten Minna nach Straßburg: „Jeden Abend sitz’ ich eine oder zwei Stunden im Casino; Du kennst meine Vorliebe für schöne Säle, Lichter und Menschen um mich.“
Mit „Casino“ knüpfen wir an diese Stimmung an: Büchner genoß in der republikanischen Schweiz die Gelegenheit, frei unter Menschen sein zu können. Zusammensein und ins Gespräch kommen, das soll den Rahmen unserer Treffen ausmachen. 

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Amelung-Grabsteins auf dem Hospitalfriedhof

Donnerstag, 17.11. um 19:00 Uhr

Unser Sanierungsprojekt

Im September und Oktober 2022 hat der Verein BüchnerFindetStatt eine erfolgreiche Crowdfundingkampagne durchgeführt. Unterstützt von der Volksbank Südhessen wurden über 4.000 € eingeworben, um dem verwitterten Grabstein des ersten medizinischen Hospitalleiters, des frühen Psychiaters und Psychiatriereformers Ludwig Amelung, zu sanieren.

Amelungs Engagement für die Verbesserung der Lage der Hospitalinsassen war außerordentlich. Unter seiner Leitung wurde aus der gefängnisähnlichen „Verwahrung“ der Patienten die Unterbringung von Erkrankten. Damit wurde das Hospital ein Vorbild im Umgang mit psychischer Erkrankung. Es ist kein Zufall, dass er den Fall des Mörders Woyzeck und seine Gerichtsverhandlung in Leipzig beobachtet und in seinen Veröffentlichungen erwähnt. Hier wurde die Frage der Schuld und Zurechnungsfähigkeit gestellt, die später, vielleicht von ihm angeregt, Georg Büchner in den Mittelpunkt seines Dramas stellt. Amelung war persönlich eng verbunden mit Georg Büchners Vater Ernst, der sein Amtsvorgänger als Arzt im Hospital war. Zweifellos hatten die beiden regelmäßig Austausch über ihre Veröffentlichungen, und mindestens eine Übersetzung Amelungs ist sicher auf Ernst Büchners Anregung hin entstanden.
Georg Büchners Lebensfrage – „Was ist das, das in uns lügt, mordet, stiehlt?“ – hat ganz bestimmt auch Franz Amelung umgetrieben.

Amelung wurde von einem Patienten erstochen und auf dem Friedhof des Hospitals bestattet. Erst 1873 wurde ein „von der Anstalt gestifteter Gedenkstein“ auf sein Grab gelegt. Wahrscheinlich liegt in unmittelbarer Nähe auch Georg Büchners Großvater Reuß, der als Verwalter des Hospitals 1815 starb. Dessen Grabstein ist leider verloren. Durch den verstorbenen Lokal- und Büchnerforscher Hans Deuster wurde Amelungs Grab aufgefunden und hergerichtet. Mittlerweile ist der Stein stark verwittert und nicht mehr lesbar. Aufgrund der Bedeutung Amelungs für das Hospital, die Psychiatrie in Deutschland und Georg Büchners Werk muss das Grab unbedingt wieder hergerichtet, erhalten und entsprechend gewürdigt werden.

Es ist beabsichtigt, die Arbeiten bis März 2023 abzuschließen und den neu sanierten Stein an Amelungs Todestag, dem 19. April, öffentlich vorzustellen.

Über Amelung, frühe Psychiatrie, die Familie Büchner, den Hospitalfriedhof und Denkmalsanierung unterhalten sich moderiert von BücherHausleiter Peter Brunner:

Die Lokalhistoriker*innen Marianne Deuster (Goddelau), Klaus Bitsch (Crumstadt) und Klaus Görlich (Goddelau), Ruth Andres, Steinmetzin und Restaurateurin, Darmstadt (angefragt), Peter Gomes (Museum Philippshospital - angefragt), Dipl.Ing. G. Hexemer, Kreisdenkmalspflege Gross-Gerau (angefragt), Werner Schmidt, Vereinsvorsitzender BüchnerFindetStatt e.V. 

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Büchners Weihnachten

Donnerstag, 15.12. um 19:00 Uhr

Das Weihnachtsfest  um 1830 in Südhessen

Über Religiosität in der Familie Büchner, insbesondere natürlich bei Georg Büchner, sind ganze Bibliotheken von Untersuchungen entstanden.

Wir wissen vom unerschütterlichen Gottesglauben der Mutter Caroline, von der eher spöttisch-distanzierten Haltung des Vaters Ernst und des Bruders Alexander, von Georg Büchners gründlicher Bibelkenntnis, von Luise Büchners Zuneigung zu der Reformbewegung der Deutschkatholiken und von Ludwig Büchners Agnostizismus.

1867 schreibt Büchners Freund August Becker im Rückblick: „ Während Georg´s großes Leidwesen darin bestand, dass er kein Materialist werden, … und sich über die verbohrten Schwachköpfe mokiert, welche ihn glauben machen wollten, das Ding was in ihm denke und fühle, sich freue und gräme, sei eine Combination von Phosphor, Kalk, Eiweiß, Gallerte, Sauerstoff und dergl., während er steif und fest glaubte und mit den schlagendsten Gründen behauptete, dass die persönliche Hudelei nie aufhören und dass wir nie und nimmer zu der ersehnten Ruhe und Vernichtung unseres Ichs gelangen könnten – lachte der Louis Buechner schon damals über alle diese Schrullen und Alexander vertheidigte sie wenigstens nicht.“

Als Familienfest und willkommene Unterbrechung der winterlichen Tristesse spielt Weihnachten bis heute, häufig ganz entkleidet von den religiösen Ursprüngen, noch immer ein wichtige Rolle.

In der letzten Casino-Veranstaltung des Jahres 2022 wollen wir uns in gemütlicher Runde bei Kaffe, Christstollen und Weihnachtsplätzchen darüber unterhalten, wie Weihnachten um 1830 in Südhessen begangen wurde, was davon wahrscheinlich auch bei den Büchners üblich war und in welcher Form das bis heute bei uns geübt wird.

Weiter unterhalten wir uns über Luise Büchners Weihnachtsmärchen und hören Ausschnitte daraus.

Unsere Gäste sind Agnes Schmidt, die Leiterin der Luise-Büchner-Bibliothek, Darmstadt, Dr. Heiner Boehncke, Autor und Herausgeber zahlreicher volks- und heimatkundlicher Publikationen und der Heimatforscher Klaus Görlich, Riedstadt-Goddelau. 

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Büchners Lenz als Comic

Donnerstag, 21.04. um 19:00 Uhr

mit Andreas Eikenroth

„Eine graphische Inszenierung“ nennt der Gießener Bühnentechniker und Comicautor Andreas Eikenroth seine Comics. Stilistisch geschult und orientiert an Jeanne Mammen und George Grosz hat er 2019 eine sehr eigene Interpretation des berühmten Büchner-Dramas „Woyzeck“ vorgelegt. Seit dem Erscheinen in der „Edition 52“ hat der Band große Aufmerksamkeit erzielt. In der Kunstgalerie zeigen wir noch Originale dieser ersten Büchner-Arbeit, die seine besondere Form der Auseinandersetzung mit Büchner schildern.

Mit dem Lenz wolle er künstlerisch stärker dem 19. Jahrhundert verhaftet bleiben, hat er im Interview gesagt. Das Büchnerhaus freut sich sehr, die erneut innovative Arbeit des Künstlers vorstellen zu dürfen.

Im Gespräch mit dem Museumsleiter Peter Brunner wird er sich dazu äussern, was Comic-Adaptionen für den Umgang mit Literatur bedeuten und was es mit der „Kürzung der endlosen Schachtelsätze“ (Eikenroth) zum modernen Verständnis des berühmten Büchnertextes auf sich hat.

Wir werden bei dieser Gelegenheit ein Exemplar der Originale zum „Woyzeck“ für unsere Sammlung erwerben, auch bietet sich für Gäste die Chance, ein signiertes Exemplar (und natürlich am Büchertisch beide Comics) zu erwerben.

Nach der Veranstaltung werden Originale seiner neuen Arbeit zum Lenz in der Kunstgalerie präsentiert.

Andreas Eikenroth kommt aus Gießen, hat dort in den 1990er Jahren das Comicgratismagazin "the Kainsmal" mitgegründet und war später mit Sarah Burrini, Ans de Bruin und Frank "Spong" Plein ein Teil des Zeichnerkollektivs "Pony X Press". Er schreibt und zeichnet er für den "Gießener Anzeiger" die "Comixene", das "FRIZZ" Magazin und "The Heritage Post".

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Die letzten Jahre Georg Büchners - Autorenlesung

Donnerstag, 17.02. um 19:00 Uhr

Lesung von Reinhard Lindenhahn

Straßburg, Anfang 1833: Der 19-jährige Medizinstudent Georg Büchner hört vom Schicksal des arbeitslosen Friseurs Woyzeck, der als Mörder an seiner Geliebten hingerichtet wurde. Und Büchner fragt sich unwillkürlich: Was ist das, was in uns lügt, stiehlt und mordet? Was lässt uns zerbrechen und scheitern? Für politische Freiheiten macht sich der junge Visionär stark, gegen Unterdrückung und wider die Anpassung. Im Großherzogtum Hessen gerät Büchner bald ins Fadenkreuz der Demagogenverfolgung, flieht und kehrt ins Elsass zurück, bis er einen Ruf an die Züricher Universität erhält.

Rastlos ist er und unermüdlich, ein genialer Geist mit unstillbarer Wissbegier. Er brennt für die Forschung, für die Philosophie und bringt nicht zuletzt literarische Werke zu Papier, die ihn als Dichter unsterblich machen werden. Dabei zehren Anspannung und Erschöpfung zunehmend an ihm. Wie seine Figuren Woyzeck, Danton und Lenz ist Büchner ein Getriebener, ein Gejagter – und ein Liebender: Die kluge, anmutige Minna gibt ihm Kraft, ein Leben an ihrer Seite erscheint ihm als Erfüllung seiner Träume. Doch im Februar 1837 erkrankt er schwer. (Verlag)

Reinhard Lindenhahn, Jg. 1952, Studium in Tübingen. 38 Jahre Tätigkeit im gymnasialen Schuldienst, lang jährige Ausbildung von Lehrkräften im Fach Deutsch, mehrjähriger Lehrauftrag für Didaktik und Methodik
im Fach Deutsch an der Universität Konstanz, Mitgliedschaft in der Abiturkommission Deutsch des Landes BadenWürttemberg. Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen.

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