Besetzung:

Erzähler: Christian Suhr
Lenz: Bastian Hahn 
Mädchen: Verena Specht
Erzengel: Dimitri Eliseev
Vagabund: Karsten Leschke

Piano: Bastian Hahn

Inszenierung: Christian Suhr

Spieldauer: 80 Minuten  (keine Pause)

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Lenz: So lebte er hin

nach der Erzählung von Georg Büchner

Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller des Sturm und Drang, Theologe, Pfarrerssohn und Titelheld in Büchners Erzählung (1836) entgleitet in den Wahnsinn: Er spürt sich selbst am Ende nur noch, wenn er sich Schmerz zufügt, indem er den Kopf an die Wand donnert. Sein letzter Wunsch: „Laßt mich in Ruhe!“

„Er tat alles, wie es die andern taten; es war aber eine entsetzliche Leere in ihm, er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen, sein Dasein war ihm eine notwendige Last. So lebte er hin ...“

Uns interessiert vor allem der Konflikt, den Büchner in den Figuren des Dichters Lenz und des Pfarrers Oberlin in den Mittelpunkt seiner Erzählung stellt: Die Unfähigkeit der Jungen (Lenz), in den tradierten Welterklärungsmustern der Alten (Oberlin) einen Zugang zur Realität oder wenigstens Trost zu finden.

War dies zu Büchners Zeit eine konkrete geistesgeschichtliche Entwicklung (die Emanizpation eines rationalistischen Weltmodells von dem des Christentums), so wollen wir aus heutiger Perspektive in Büchners Erzählung nach Spuren suchen, die es jungen Menschen unmöglich machen, die Deutungsmuster der Erwachsenen zu übernehmen, selbst wenn sie – wie Lenz – mit allen Kräften darum kämpfen, mit ihrer sozialen Umwelt in einen Kontakt zu treten, der Leben ermöglicht und Perspektive bietet. Haben sie kein alternatives Sinngefüge zur Hand, wird die Welt – wie für Lenz – zum unverständlichen, feindlichen „Hieroglyphen“.in Büchners Erzählung findet Lenz aus eigener Kraft keinen Zugang mehr zum Leben. Oberlin ist gescheitert. Woran?

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