Besetzung:

Schüler / Wagner: Alexander Valerius 
Mephistopheles: Mélanie Linzer
Faust: Christian Suhr

Inszenierung: Christian Suhr

Spieldauer: 75 Minuten (keine Pause)


Ich Ebenbild der Gottheit

Goethes FAUST & der Schöpfungsdrang der Wissenschaft

"O glücklich, wer noch hoffen kann
Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
Und was man weiß, kann man nicht brauchen …"


In der Szene Osterspaziergang erzählt Faust dem Assistenten Wagner von seiner düsteren Vergangenheit. Hier erfahren wir, dass Faust der Sohn eines "Massenmörders" im Namen der Wissenschaft ist; eines Mannes, der, angetreten, um die Menschheit von der Geißel Pest zu befreien, durch die Verabreichung neu entwickelter Medikamente seine Patienten zu Tausenden in den Tod geschickt hatte. Seitdem droht Faust, als Jugendlicher unwissend zum Handlanger des Vaters geworden, an diesem Erbe zu ersticken.

Alles hat er versucht, um seine Schuld zu tilgen: Doktor ist er geworden, hat studiert, was man studieren kann, hat auf der Suche nach der absoluten Medizin, dem Quell des Lebens, selbst vor verbotener Magie nicht haltgemacht - und findet am Ende doch nur, "dass wir nichts wissen können".

Schließlich greift er - an einem Ostersonntag - zur letzten Flasche Gift, an dem damals die Menschen starben. Da tritt Mephisto auf den Plan - und bietet ihm ein "neues Leben": Frei von Schuld und frei von Skrupeln. Denn "alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht". Er trägt ihm seine Dienste an und weckt die Sehnsucht nach dem freien Spiel der Kräfte: Niemandem verantwortlich, im Wettstreit mit der Schöpfung …

Eine neue Zeit bricht an: Wagner, dem Fausts Skrupel von jeher fremd waren, will menschliches Leben schaffen und findet schließlich in einem Selbstversuch seine zweifelhafte Erfüllung …

"Dies ist der Forschung edelster Beruf!
Die Welt, sie war nicht, eh' ich sie erschuf;
Die Sonne führt' ich aus dem Meer herauf;
Mit mir begann der Mond des Wechsels Lauf;
Da schmückte sich der Tag auf meinen Wegen,
Die Erde grünte, blühte mir entgegen.
Auf meinen Wink, in jener ersten Nacht,
Entfaltete sich aller Sterne Pracht.
Wer, außer mir, entband euch aller Schranken
Philisterhaft einklemmender Gedanken?
Ich aber frei, wie mir's im Geiste spricht,
Verfolge froh mein innerliches Licht,
Und wandle rasch, im eigensten Entzücken,
Das Helle vor mir, Finsternis im Rücken."

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