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VORPREMIERE: 27.06.2020

Mit Johanna Bronkalla
Vincent Hoff
Mélanie Linzer
Oliver Kai Müller
Leonard Schärf
Ursula Stampfli
Christian Suhr


Inszenierung: Christian Suhr

Dauer: ca. 90 Minuten (Eine Pause)

TICKETSPRESSE

DARMSTÄDTER ECHO                 27.11.18 (Anke Mosch)
Das Wartezimmer eines Zahnarztes könnte eine ähnliche Atmosphäre nervöser Ich-Bezogenheit ausstrahlen: Ein Mann prüft geräuschvoll Lippenmuskulatur und Zahnzwischenräume, wenn er nicht mit Handy und Uhr rumspielt. Zwei Stühle weiter knetet eine Frau ihre Hände, sie starrt ins Leere und verstohlen auch schon mal zu diesem anderen angespannten Wesen.

Gemeinsamkeit schafft die gleiche Gefühlslage dennoch nicht - das wird schon klar, während die Besucher der ausverkauften Premiere am Freitag im Theatersaal der Büchnerbühne in Leeheim noch ihre Plätze einnehmen. Zähne werden zwar nicht gebohrt, trotzdem liegen die Nerven auf der Bühne blank. Denn wer da schließlich gegenüber dem so weit voneinander sitzenden Paar Platz nimmt, wird zwar "Herr Doktor" genannt, ist aber nicht Zahnarzt, sondern Therapeut.

Der Wiener Autor Daniel Glattauer versteht es, Paare in pointierten Dialogen kommunizieren zu lassen. 

Eine Steilvorlage für Mélanie Linzer und Oliver Kai Müller, die mit Wonne ihre präzisen Wort-, Mimik- und Gestik-Hiebe setzen. "Kompliment, in der Polemik sind Sie ein eingespieltes Team. Sie haben eine außergewöhnlich lebendige Streitkultur auf hohem Niveau", stellt irgendwann auch der Beziehungsberater mit professionell positiver Wortwahl und doch leichter Erschöpfung fest. Büchnerbühnenleiter Christian Suhr, der die Komödie inszeniert hat, spielt diesen Therapeuten, dem die Sitzung immer wieder zu entgleiten droht. "Rollenspiel! Rollenspiel", wirft er verzagt ein, während Herr und Frau Dorek unbeirrt weiter zanken.

Doch es gibt auch Lichtblicke in dieser komödiantischen Beziehungsarbeit. Immerhin erinnern sich beide noch daran, wie sie sich im Tauchurlaub in Ägypten kennen- und lieben gelernt haben. "Wir hatten eine harmonische Unterwasser-Beziehung", schwärmt Valentin. Und Joana seufzt: "Wir hätten nie auftauchen sollen." Das Spiel mit Klischees sorgt für ausgelassene Heiterkeit. Valentin zittert vor therapeutischen Übungen, als säße er doch im Zahnarztstuhl und sieht sich dauerhaft angekettet auf einer Anklagebank. Joana dagegen fühlt sich so ungeliebt wie unverstanden.

Der schwer geforderte Therapeut greift zu verschiedensten Methoden, von der titelgebenden Wunderübung bis zum Rollenspiel. Die für alle Beteiligten außergewöhnliche Therapiesitzung nimmt dabei überraschende Wendungen, inklusive eines verblüffenden Rollentausches. Eine Paartherapie, die beim Premierenpublikum für heitere Begeisterung sorgte.
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Der Menschenfeind

Komödie von Molière

Der französische Komödiendichter Molière erreichte am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV einen einmaligen Aufstieg. Doch blieb ihm das von Intrigen und kapriziösen Auftritten geprägte Leben am Hofe immer ein wenig fremd. In der Komödie „Der Menschenfeind“ hat er dies zu dem zeitlosen Porträt eines Mannes verdichtet, der mit der Welt der Heuchler gebrochen hat.

Ehrlich soll man miteinander umgehen und sich schonungslos sagen, was man voneinander denkt. Alceste, die Hauptfigur in Molières berühmter Komödie, hat sich etwas Unmögliches vorgenommen und stößt schnell an die Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz. Zwangsläufig wird er zum "Menschenfeind", der sich selbst an den Rand der Gesellschaft katapultiert, die er verbessern wollte ...


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